RES021 Fusionforscherin Ursel Fantz


fantzAm Institut für Plasmaphysik in Garching bei München habe ich Ursel Fantz getroffen. Die leitet den Bereich ITER Technologie & Diagnostik, hatte gute Laune und mir erklärt, wie man Plasma macht. Außerdem reden wir über ITER, Kernspaltung, Kernverschmelzung, Ladungen, echt hohe Temperaturen, die Coulomb-Barriere, Atome, Elektronen, Ionen, über Leuchtstoffröhren, Photonen, Gravitation, Magnetfelder, die Lorentzkraft, Speicherringe, über Tori (die sowas sind wie Donuts), Kugelblitze, Wasserstoff, Protonen, Helium, Deuterium, Tritium, schwache und starke Wechselwirkung, die Relativitätstheorie, Kohle, ElektronenvoltAlphateilchen, Supraleitung, das Moorsche Gesetz, Dichte, Druck, Energie-Einschlusszeiten, Diffusion, Turbulenzen, Magnetohydrodynamik, wir lernen die Fusionskonstante kennen, die kalte Fusion, den magnetischen Einschluss, den Garchinger Reaktor ASDEX Upgrade (virtueller Besuch als 360°-Panorama, auch super auf Tablets), den TokamakStrömungsmechanik, Heizungen, Mikrowellen, Radiowellen, Induktion, den Wendelstein 7-X, BESSY und bekommen eine Zukunft vorhergesagt.

 

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Veröffentlicht am 13.12.2013
Dauer: 1 Stunde 4 Minuten
Lizenz: CC-BY 4.0

Mehr zum Thema:
RES020 Das IPP in Garching
RES030 Tokamak und Stellarator
RES032 Der Wendelstein 7-X

Themen:   Brennstoff   IPP   Strom   Materialforschung   Energiewende   Energie  

Diese Folge zitieren: Holger Klein/Helmholtz-Gemeinschaft: Resonator-Podcast: "RES021 Fusionforscherin Ursel Fantz". 13.12.2013, https://resonator-podcast.de/2013/res021-fusionforscherin-ursel-fantz/ (CC-BY 4.0)

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29 Gedanken zu „RES021 Fusionforscherin Ursel Fantz“

  1. Super Folge, spannend anzuhören und sehr interessant.
    Aber auch sehr amüsant, Frau Fantz hat extrem lustige “Quatsche”. Ich musste die ganze Zeit bis über beide Ohren grinsen beim anhören.

    Vielen Dank
    BrEin

    1. Nochmal zur Erläuterung: die Folge ist trotzdem gut, das Thema eines der für mich interessantesten, aber – und es mag am finalen Schnitt liegen – eben auch mit einer Ursel Fantz, die gerade weit genug weg vom Alltagsdenken agiert, dass es ihr schwer fällt, sich in die Gedankengänge von Nichtphysikern einzufühlen.

      Daher rein didaktisch eine der für mich durchschnittlicheren Folgen.

      1. Geh bitte, 95% der Dinge war doch mit Abi-Niveau-Physik gut zu folgen? Ich fand eher das Problem, dass Holgi merklich überfordert war – ihm fehlen offensichtlich jegliche physikalische Grundlagen.

        1. Gerade das ist ja das Gute an Holgi, dass er keine Ahnung hat 😉 So stellt er Fragen, die der Durchschnittshörer auch stellen würde und auf die der Profi mit seinem Fachwissen nie kommen würde, da “trivial”.
          Ich hatte Physik-Abi, aber ohne Mathe 😉

          1. Jein. Prof. Fantz hat die Dinge finde ich schon ganz gut erklärt. Aber bei dem ein oder anderen Punkt (z.B. poloidales Magnetfeld) hätte ich mir ein paar Nachfragen gewünscht, weil Prof. Fantz da manchmal etwas zu schnell war. Da hatte ich den Eindruck, dass Holgi schon früh ausgestiegen war, wodurch ihm genau das Nachfragen dann nicht mehr möglich war.

            Klar ist auch, dass das kein Fachgespräch Physiker zu Physiker ist und ein soll – das wäre das andere extrem.

          2. Ich weiß nicht… wenn Holgi aussteigt, werden Andere auch aussteigen. Sie dann mit einer höheren Informationsdichte zu bomardieren, wird wohl eher kontraproduktiv sein und die die mit einer höheren Informationsdichte klar kämen, bräuchten diese nicht, da sie sich das ohnehin selbständig aneignen könnten.

            In die Tiefe kann man bei solchen Gesprächen eh nicht gehen, dafür ist ein reines Audioformat unpassend. Auch steht dem im Weg, dass das Niveau der Hörer nicht einheitlich ist.

            Ich mag das so.

  2. Ich hab’s nur 15 Minuten ausgehalten. Die gute Frau Prof. kommt irgendwie sehr unsympathisch und arrogant rüber bei diesem Gespräch. Mag an mir liegen, war aber nicht länger erträglich. Die anderen Gesprächspartner bisher waren alle Super.

    1. Arroganz wird Physikern oft vorgeworfen, besonders wenn sie komplexere Sachverhalte erläutern oder auf einen Fehler hinweisen. Ich frage mich gelegentlich, ob das zwangsläufig passiert oder ob man das vermeiden/verpacken könnte.
      Bisher waren auch keine Physiker im Resonator, oder? Hans von Storch ist Diplom-Mathematiker und bei Roel van der Krol bin ich mir nicht sicher.

      Manche sind auch recht “speziell”, aber Ursel fand ich eigentlich recht sympathisch, auch im Vergleich zu den Anderen. 🙂
      Besonder toll fand ich es, dass sie mit Holgi zu harmonieren schien.

  3. Für “Resonator Nachgefragt”:

    Eine der großen Probleme der Kernenergie ist es meines Wissens, dass man das, was im Inneren eines Kernreaktors passiert, nur sehr indirekt überwachen kann. Wie wäre das denn bei einem Fusionsreaktor? Das klang mir auch alles nicht so sehr danach, als könnte man da einfach ein Flusswell-O-Meter rein halten.

    Und wären denn die Risiken so eines Fusionsreaktors im schlimmsten Fall? So ein ausgebüchstes Plasma wird ja wohl außerhalb des Geländes wenig interessieren. Tritium, ist das ein Gefahrstoff? Wenn das zerfällt?

    Andere Frage: Die Frage der Wirtschaftlichkeit scheint mir im angedachten Idealzustand in erster Linie von den Kosten der Deuterium-Herstellung abzuhängen. Wie energieintensiv ist das denn? Und kann das schädliche Folgen haben?

    1. Es gibt kein ausgebüchstes Plasma. Es ist so extrem wenig Plasma (0,5 g bei ITER, d.h. die Dichte ist wesentlich kleiner als die unserer Atmosphäre), dass das bei Ausfall des Magnetfeldes und folgender Wandberührung sofort so stark abkühlt, dass die Fusion stoppt und das Plasma den Plasmazustand verlässt.

  4. Im Podcast wurde erwähnt, dass ITER einen Energieüberschuss erzeugt, allerdings wird diese nicht an das Energieverbundnetz abgegeben.

    Wird mit dem Überschuss etwas sinnvolles (z.B. Heizen der Büros) angestellt, oder denke ich da falsch?

    Da hier ein Gewinn von einer Größenordnung möglich ist, fände ich es Schade, wenn es einfach verpuffen würde.

    1. Du denkst da falsch: ITER ist ein Forschungsreaktor. Da gibt es keinen Dauerbetrieb. Ziel sind Fusionspulse von 480 Sekunden – das eignet sich nicht wirklich zur Büroheizung 😉

      1. Ein Fusionspuls von 480 Sekunden erzeugt immernoch Energie in der Größenordnung von 1 GJ.

        Mir ist klar, dass es einfacher ist, damit die Durance zu heizen, ohne irgendwas zwischen zu schalten, aber schade wäre es dennoch.

  5. Ich habe die Dame auch stellenweise sehr abgehoben oder als eingebildet empfunden.
    Hab mir mehrmals gedacht das sich Holgi da die Zähne ausbeißt und sie nicht zum lachen bekommt.
    Und war dann wieder verwirrt das sie über irgend nen “scheiß” lachen konnte.

    Mit dem hören der letzten Folge ergibt das plötzlich Sinn. Da sagt Holgi er hätte die vielen Lacher rausschneiden müssen.

    Ich verstehe warum er das macht dies ist schließlich nicht NSFW. Aber es wirft ein unzutreffendes Licht auf Frau Fantz.

    Das ist sehr schade.

    Meiner Meinung nach wurde zuviel geschnitten. Du merkst beide finden es lustig aber die Lacher fehlen.
    Mich hat’s verwirrt.

    Die Folge ist super interessant aber sie wird Frau Fantz menschlich nicht gerecht.

  6. Hi Holgi,
    schöne Folge – man hat immer Angst, dass Frau Professor so abdriftet, dass man überhaupt nicht mehr hinterherkommt aber irgendwie schafft man es dann doch gerade noch zu folgen. Ging Dir glaube ich ähnlich.

    Zwei Kritikpunkte

    ein sehr konkreter:
    dass Du am Ende bei Kosten in Höhe von 15.000.000.000 € mit “ach, das ist ja auch nicht so viel” reagierst, irritiert nicht nur die Frau Professor. Ich konnte mich als Hörer des Eindrucks nicht erwehren, dass Du Dich mit der Reaktion Deinem Brötchengeber anbiederst…
    …mich hätte an der Stelle interessiert, ob diese Summe alleine von den beteiligten Ländern finanziert wird oder ob die Energieunternehmen auch mit im Boot sind. Die machen heute bereits viele Milliarden Gewinn pro Jahr und werden irgendwann auch an der dort erforschten Technik verdienen. Ich fänds nur fair, wenn die auch die Kosten für die Forschung schultern und nicht am Ende die Ergebnisse frei Haus geliefert bekommen.

    und einer eher Meta:
    Bitte gib Deinen Resonator-Podcasts Überschriften, die klar machen, was der jeweilige Forschungsgegenstand ist, über den geredet wird. Frau Ursel Fantz sagt mir gar nix. Und auch das Soundso-Forschungszentrum in Oberpusemuckel weckt mein Interesse nicht.

    Aber Fusionsreaktoren oder eine Langzeitstudie über die Hochhaussiedlung Grünau in Leipzig finde ich total spannend.

    Mir sind sicherlich schon viele spannende Resonator-Themen entgangen, weil Du sie so wenig treffend bezeichnet hast. Einem echten Forscher gehts um seine Inhalte, der bekommt kein Ego-Problem, wenn sein Name oder Institut nicht im Titel auftaucht.

    Ich wünsche Dir viel Erfolg mit Deinen Podcasts in 2014!
    Bleib experimentierfreudig und gönn Dir ab und zu mal eine Auszeit, damit Du frisch bleibst und was zu erzählen hast. 🙂

    Grüße

    Andreas aus Stuttgart

  7. Erstaunlich, daß Frau Fantz polarisiert.
    Für mich war dies die bisher beste Resonator Folge, wunderbar lebendig erzählt von einer Forscherin, die offenbar ihr Forschungsgebiet liebt. Es gibt dies seltenen Personen, die nicht nur wissen, wovon sie reden, sondern auch lebendig erzählen können – das sind Sternstunden des Podcasting. Danke @Holgi und Danke Frau Fantz! (und nein, ich bin kein Physiker!)

  8. Falls es jemand interessiert, der New Yorker hat ne Reportage über ITER. Beim überfliegen kommt das ganz gut rüber, außer das sich der Reporter am Ende als hart arbeitender Amerikaner über die südfranzösische Mittagspause lustig macht ;). Am Ende wird das ganze dann auch noch historisch, wenn sich ein ITER Physiker mit einem Steinmetz beim Bau der gotischen Kathedralen des Mittelalters vergleicht, na New Yorker halt.

    http://www.newyorker.com/reporting/2014/03/03/140303fa_fact_khatchadourian?currentPage=all

  9. Ich fand die Folge zwiespältig weil:
    So gut wie nix verstanden, aber total viel gelacht, einfach weil die Interviewpartnerin so enthusiastisch und lustig rüber kam!
    Ich gehöre zu denen, die zwar irgendwann vor gefühlt 20 Jahren mal Physik im Abi hatten, aber erstens ist es eben schrecklich lange her, und zweitens habe mich danach auch bis vor kurzem nie wieder damit beschäftigt.
    Also ein Null-Zustand sozusagen.
    Ich kann weder von Holgi noch von Frau Fantz erwarten, diese Wissenslücken in einer Stunde zu schliessen, daher möchte ich das auch nicht als Kritik verstanden wissen.
    Ich habe mich beim Hören gefragt, ob Frau Fantz möglicherweise einfach davon ausgegangen ist, dass Physik-Grundwissen bei der Hörerschaft oder auch bei Holgi vorhanden ist.
    Natürlich hat sie gemerkt, dass Holgi auch oft genug auf dem Schlauch gestanden ist, aber sie hat eben ihr Level aufrecht gehalten.
    Für mehr Verständnis hätte ich mir insofern höchstens gewünscht, dass Holgi evtl. ein bisschen gebremst oder mehr eingehakt hätte – aber sie war ja auch sehr fix und begeistert und alles auf einmal, da müssen einem ja auch erstmal ad hoc die richtigen Fragen einfallen…und wer weiss, die Schlaumeier hätten sich dann vielleicht auch gelangweilt…
    Ich geh` dann mal zur Nachhilfe 😉

  10. Schöne Folge 🙂

    ich kann die Irritationen ob der Art von Frau Fantz verstehen. Am Anfang kam sie mir auch ein wenig “von oben herab” vor, ihr Ton erschien mir irgendwie so debil-fröhlich, wie man mit kleinen Kindern spricht, denen man ein Planetarium erklärt oder so.
    Das hat sich dann aber gelegt als sie vernünftig auf Holgis Fragen eingegangen ist und auch mal mitspaßen konnte. Sie hat wohl einfach eine sehr aufgeweckte und etwas lapsige Art, was ja eigentlich eher sympatisch ist 🙂

  11. Es ist wirklich schön, jemandem zuzuhören, der (die) Spaß an seiner Arbeit hat und da wohl auch völlig am Ball ist. Frau Frantz hat doch von der Meta-Ebene bis zur Detailebene eigentlich alle Fragen Holgers bedienen können.

    Die jugendliche Lache macht das gleich noch mal sympathischer.

    Diese Erwartungshaltung mancher Kommentatoren hier, dass ein Podcast binnen 1:xy Stunde die eigenen Physik-Defizite beheben möge, nervt mich offen gestanden sehr.
    Das muss wohl schon das Resultat dieser absurden „die Leute da abholen, wo sie sind“-Mentalität in der Pädagogik sein. Es sinkt: Das Niveau.

    Das ist hier doch kein hundertster populärwissenschaftlicher Feierabendbeitrag sondern eben die Speerspitze aktueller Forschung.

    Die Erwartungshaltung sollte eher sein: „Oh, das interessiert mich, aber ich verstehe fast nichts. Dann mal Begriffe rausschreiben, nachlesen und dann noch mal hören.“ … und selbst das muss man nicht mal, weil unter jedem Podcast hier auf der Seite ja alles schon ultrakomfortabel verlinkt ist …

    Ach … und 15 Mrd. für eine Energieform, die im Forschungsstadium schon 1:10 Energie-Gewinnung darstellen soll SIND ein WITZ. Man vergleiche das mal mit 80 Mrd. € jährlichem Schaden¹ für die Sozialversicherungen (= uns alle) nur durchs Rauchen. Da kommt exakt gar nichts Gutes bei raus.

    1: https://www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2015/dkfz-pm-15-16-Die-gesellschaftlichen-Kosten-des-Rauchens-auf-einen-Blick.php

  12. Auch sehr interessant ist die aktuelle Alternativlos-Folge #36 (Podcast, 2:53:06 h) zum Wendelstein 7-X mit Dr. von Stechow und Prof. Dr. Klinger am Max-Planck-Institut für Plasmaphysik in Greifswald.

    Thematisiert werden hauptsächlich die maschinenbaulichen Widrigkeiten des Baus und die Aussichten auf die folgenden Meilensteine der Kernfusionstechnik.

    https://alternativlos.org/36/

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