RES028 Artensterben noch nicht klimagetrieben


Dr. Josef SetteleDieser Tage erscheint der Beitrag der Arbeitsgruppe “Folgen, Anpassung, Verwundbarkeit” des fünften IPCC-Sachstandsberichts (Klimabericht). Einer der Koordinierender Leitautoren ist Josef Settele vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ). Ich habe ihn getroffen und mit ihm über das Klima, seine Auswirkungen und die Autorschaft geredet. Settele ist Agrarbiologe und seine Arbeitsgruppe hat den Stand des Wissens zu den Auswirkungen des Klimawandels auf terrestrische Ökosysteme und Binnengewässer zusammengefasst. Bemerkenswerte Erkenntnis: Der Klimawandel hat bisher nicht einem solchen Maße treibende Auswirkungen auf die Arten gehabt, wie viele Menschen dies angenommen haben.

Im Einzelnen reden wir über den IPCC, seine Arbeitsgruppen (Wissenschaftliche Grundlagen, Folgen, Anpassung, VerwundbarkeitKlimaschutz) und wie man mittels Confidence Statements die Vertrauenswürdigkeit von wissenschaftlichen Aussagen feststellen kann, wir reden über die verschiedenen Einzelpapiere des Berichts (insbesondere die Summary for Policy Makers, die am 31. März 2014 in Yokohama präsentiert wird), über CO2, Landnutzung, Abholzung, Umweltchemikalien, ArtenvielfaltNährstoffdynamik, Stickstoff, Kohlenstoff, Meteorologie, Biologie, Bodenkunde, Weidewirtschaft, über Flächenkonflikte beim Klimaschutz, Invasive Arten wie den Riesenbärenklau, Auen, Waschbären, Pelargonien, Schmetterlinge, Städte, das Makro- und Mikroklima, über Aussterberisiken, Phänologie, Blütezeitpunkte, Kulturlandschaften, Gletscher, Permafrost, über Klimaskeptiker (von denen manche nützlich sind), die USA, über verzerrte Berichterstattung, die Ausbreitungsfähigkeit von Arten, Schnecken, die auf Enten reisen, Bäume, Vögel, Primaten, Gewässer und Konnektivität.

Die Kollegen vom UFZ haben Josef Settele ebenfalls interviewt (zum Lesen).

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Veröffentlicht am 31.03.2014
Dauer: 46 Minuten
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Themen:   IPCC   Sondersendung   Klimawandel   UFZ   Klima  

Diese Folge zitieren: Holger Klein/Helmholtz-Gemeinschaft: Resonator-Podcast: "RES028 Artensterben noch nicht klimagetrieben". 31.03.2014, https://resonator-podcast.de/2014/res028-artensterben-noch-nicht-klimagetrieben/ (CC-BY 4.0)

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4 Gedanken zu „RES028 Artensterben noch nicht klimagetrieben“

  1. Tolle Folge, vielen Dank! Was mich noch als Hintergrundinfo interessieren würde: Steht zu befürchten, dass die aktuellen IPCC-Berichte durch die Kommentarrechte von Regierungsstellen in Richtung eines kleinsten gemeinsamen Nenners umformuliert werden? Weg von wissenschaftlich und der Faktenlage angemessen Formulierungen?

    Vor einigen Jahren habe ich selbst beim Ökologiestudium den Eindruck gewonnen, dass die bis dahin veröffentlichten IPCC-Berichte eher weichgespült wurden. Jedenfalls keineswegs alarmistisch, wie man oft lesen muss.

    1. Darauf sind wir auch kurz eigegangen, ich weiß allerdings grad nicht, ob das nicht vielleicht der Schere zum Opfer gefallen ist. Grundsätzlich besteht die Gefahr zwar, aber der gesamte Prozess von der wissenschaftlichen Datenerzeugung bis zu deren (politischer) Interpretation und Veröffentlichung durch den IPCC ist transparent. Wenn da also eine Regierung versucht, die Realität zurechtzubiegen, besteht zumindest die Möglichkeit, dass dies auch bemerkt wird. Außerdem haben die Wissenschaftler auch noch die Möglichkeit, zu krasse Abweichungen von den Fakten entsprechend zu würdigen.

  2. sorry, erster resonator. den ich frühzeitig abgeschaltet habe, die Sprechweise des Interviewpartners ist so abgehackt… das thema so weit total OK, aber bitte in Zukunft wieder mehr auf rethorisch okaye Wissenschaftler achten. Danke 🙂

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